Geschichte

Dass die Gegend des heutigen Quartiers Hirslanden schon lange besiedelt war, bezeugen verschiedene Funde. Bei der Burgwies wurde Bronzegegenstände gefunden, im Degenried Funde aus der Eisen- und Römerzeit und bei der Klus Überreste eines römischen Bauwerks. In Verbindung mit einer Zehntenausscheidung wird der Name ‚Hirslanda‘ im Jahr 946 erstmals genannt. Hirslandens Zehnten wurden damals dem Grossmünsterstift zugeteilt. Spätestens im frühen 16. Jahrhundert bildete sich die Gemeinde Hirslanden aus, die drei Geschworene besass. Es scheinen ihr damals auch Wald und Weiden auf dem Hirslanderberg zugeteilt worden zu sein.

 

Eigenes Gemeindegut gab der Gemeinde verstärktes Selbstbewusstsein, und der Sitte der Zeit gemäss kam das Dorf 1590 auch zu einem eigenen Gemeindehaus.

 

Was unter Hirslanden zusammengefasst wird, war aber ehedem kein eigentliches Dorf, sondern umfasste lediglich verstreute Siedlungen. Von diesen existierte früh eine solche am Kreuzplatz, eine weitere entwickelte sich längs der alten Landstrasse nach der Forch. Das Gemeindehaus und die Taverne‚ zum wilden Mann bildeten einen gewissen Mittelpunkt, weshalb dieser Gemeindeteil die Bezeichnung im Dorf erhielt. Eine weitere Häusergruppe befand sich dort, wo der offen talwärts fliessende Hegibach zur Forchstrasse gelangte, am heutigen Hegibachplatz. Die alten Häuser sind aber alle abgerissen worden.

 

Von diesem Punkt aus führten zwei Flursträsschen bergwärts zum Hirslanderberg. Das erstere ist identisch mit der heutigen Hegibachstrasse und erreichte die Gehöfte in der unteren Klus. Das letztere hiess damals Holzgasse und wurde später zur Hofackerstrasse ausgebaut.

 

Sehr alt ist die Hirslandermühle, die als Lehen der Fraumünsterabtei schon 1393 urkundlich genannt wird.


Der Wehrenbach hat in früheren Jahrhunderten oft Überschwemmungen und erhebliche Schäden verursacht. Seine Wasserkraft ermöglichte aber schon vor Jahrhunderten das Entstehen gewerblicher Betriebe im sogenannten Hammer und im Drahtzug.

 

Wie ländlich die Verhältnisse bis gegen die Mitte des vergangenen Jahrhunderts in Hirslanden waren, geht aus der Tatsache hervor, dass der Dorfkern nur achtzehn Häuser zählte. Dort befand sich die Taverne ‚zum wilden Mann‘, die schon 1659 erwähnt wird. Das Gasthaus lag an der Einmündung der heutigen Freiestrasse in die Forchstrasse und wurde 1925 abgerissen. Das besonders schöne Tavernenschild gelangte ins Landesmuseum. Bemerkenswert ist auch, dass noch 1873 das Rebgebiet in Hirslanden 45 Jucharten umfasste.

 

Die Stimmbürger der alten Gemeinde Hirslanden stimmten der Aufgabe der Selbständigkeit ihrer Gemeinde auf den 1. Januar 1893 mit 438 gegen 137 Stimmen zu. Eine lebhafte Entwicklung im nunmehrigen Stadtquartier setzte bald ein. Nach dem ersten Weltkrieg hat die bauliche Entwicklung das Gebiet der unteren Witikonerstrasse, des Kapfs (Flurname 1418, von kapfen, heute gaffen: Punkt, von wo man Ausschau hält) und der Klus eingesetzt. Völlig gewandelt hat sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch das Gebiet der Forchstrasse; allmählich verschwanden alle alten Gebäude.

 

Die Entwicklung der Bevölkerung von Hirslanden ist in der Tabelle zusammengefasst (Statistisches Amt: Hirslanden in Zahlen)
 

1671

469 Einwohner

1836

1352 Einwohner

1850

1404 Einwohner

1880

3134 Einwohner

1894

4548 Einwohner

1930

9362 Einwohner

1941

10'712 Einwohner

1960

11'134 Einwohner

2006

6904 Einwohner

2011

6998 Einwohner

2015

7403 Einwohner

 
Zu den Bevölkerungszahlen ist anzumerken, dass kurz nach der Eingemeindung von Hirslanden die offiziellen Grenzen des Quartiers verändert wurden. Als 1912 die Wahlkreise neu definiert wurden, damit sie eine ähnliche Anzahl an Wahlberechtigten umfassten, wurden der Balgrist und ein Spickel entlang der Forchstrasse vor dem Kreuzplatz zu Riesbach geschlagen.
 

Bei der damaligen Abstimmung wurde festgehalten, die Grenzverschiebungen könnten rückgängig gemacht werden, sollte der Grund für die Veränderung entfallen. Seit die Wahlkreise 7 und 8 zusammengelegt worden sind, ist dies der Fall. Deshalb hat im Jahr 2010 der ehemalige Präsident des Quartiervereins Heinz Schweizer eine Einzelinitiative eingereicht, um die ursprünglichen Grenzen wieder herzustellen. Der Gemeinderat versagte dem Vorstoss jedoch die Unterstützung, obwohl insbesondere der Balgrist funktional seit jeher auf Hirslanden ausgerichtet ist und viele seiner Bewohner sich Hirslanden zugehörig fühlen.

 

Das Quartier Eierbrecht, das vorher zu Hirslanden zählte, gehört gemäss dem Historischen Lexikon der Schweiz seit 1964 zu Witikon.

 

Der Quartierspiegel Hirslanden porträtiert unser Quartier und bietet statistische Information aus dem umfangreichen Angebot an kleinräumigen Daten von Statistik Stadt Zürich. Ein ausführlicher Textbeitrag skizziert die geschichtliche Entwicklung und weist auf Besonderheiten und wichtige Ereignisse der letzten Jahre hin.

Weitere fotografische Trouvaillen finden Sie auf dieser Flickr-Seite

Die Forchstrasse aufgenommen 1894.
Die Forchstrasse aufgenommen 1894.


Hegibachplatz aufgenommen 1906.


Blasonierung des Hirslanden-Wappens: In Blau eine beblätterte goldene Hirserispe mit drei Ährchen.